Planetare Verteidigung

Das Weltall

Als Planetare Verteidigung werden Pläne bezeichnet, den Planeten Erde und die Menschheit durch technische Methoden und Maßnahmen vor extraterrestrischen Bedrohungen zu schützen.

Mögliche Bedrohungsfaktoren:

1) Einschlag eines Himmelskörpers auf der Erde

Die größte Gefahr, der die Erde im Moment ins Auge blicken muss ist ein Einschlag eines Meteoriten oder Asteroiden auf der Erde oder die Explosion eines derartigen Objektes in der Erdatmosphäre. Bereits ein Objekt mit einem Durchmesser von 10 Meter Durchmesser kann beträchtlichen Schaden anrichten.

Kollisionen verschieden großer Objekte mit der Erde, kamen in der Geschichte der Erde sehr häufig vor. Bekannt ist z. B. der KT-Impakt vor 66 Mio. Jahren. Sichtbare Spuren und fossile Überreste von Einschlagkratern finden sich an vielen Orten auf der Erde.

1908 explodierte ein Objekt in der Erdatmosphäre und ging als das Tunguska Ereignis in die Geschichte ein. Es wird vermutet, dass ein ungefähr 50m großes Objekt in einer Höhe von etwa 8 bis 12 km explodierte und dabei Energien von 15 bis 20 Megatonnen TNT freisetzte. Mit dem Ergebnis, dass 2000km2 verwüstet wurden. 

Explosionen und Fragmentierungen werden jährlich zahlreich aufgezeichnet. 

Das Problem ist, dass die Vorwarnzeit in einigen Fällen sehr kurz gewesen wäre oder das Objekt erst im Vorbeiflug entdeckt wurde. 

2) Invasion durch außerirdische Lebensformen

Ein weiteres Bedrohungsszenario wäre eine Invasion durch möglicherweise existierende, aggressive, feindliche außerirdische Lebensformen. Bislang gibt es keine offiziellen Berichte ob extraterrestrisches Leben in irgendeiner Form existiert. Forschungsbemühungen der Astrobiologie und die Suche nach außerirdischer Intelligenz blieben bisher angeblich erfolglos. Dennoch wird das mögliche Risiko durchaus ernst genommen. Auch Stephen Hawking warnte zeit seines Lebens vor möglichen Auswirkungen. 

Die Meinung der Wissenschaftler teilt sich bei der Frage ob aktiv und systematisch Signale in den Weltraum gesendet werden sollen oder nicht. Unsere Signale können eventuell auch von feindlich gesinnten Existenzen aufgefangen werden. 

Abwehrstrategien und Projekte gegen Asteroiden: 

Eine Möglichkeit die überlegt wird ist, kleinere Himmelskörper einzufangen und auf einem größeren zum Einschlag zu bringen, damit dieses von seiner Flugbahn, mit Kurs auf die Erde, abgelenkt wird.  

 Eine andere Idee der die NASA nachgeht ist ein Sonnensegel in einer Größe von 500m2 um große Himmelskörper abzudrängen. 

Neuere Abwehrstrategien bauen auf den Einsatz von Waffen um die Objekte aus ihrer Bahn abzulenken. Die US-Regierung vereinbarte mit der NASA, nukleare Gefechtsköpfe im Ernstfall zur Verfügung zu stellen und stoppte den Plan 2015 Atomwaffen zu demontieren. 

Auch die ESA befasst sich mit möglichen Risiken für die Erde: Weltraumwetter, Weltraummüll und erdnahe Objekte, stehen auf ihrer Liste.

Projekte zur Himmelsüberwachung wie beispielsweise NEAT, LINEAR, LONEOS, Neowise, CSS, CINEOS oder Spacewatch versuchen, erdnahe Asteroiden und ähnliche Objekte zu entdecken. 

Um Risiken besser einschätzen zu können, kommen die Turiner Skala, die Palermo-Skala und Impakt- und Kollisions-Monitoring-Systeme wie NEODyS und Sentry zum Einsatz. Die NASA und die University of Hawaii entwickeln das Frühwarnsystem ATLAS.

Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen auf internationaler Ebene, die Risiken und Gefahren, die von erdnahen Objekten und einem Einschlag ausgehen, zu evaluieren.

Im Januar 2012 startete das internationale Forschungsprojekt NEOShield.

ESA, NASA, und andere Organisationen planen eine gemeinsame Asteroiden-Abwehrmission.

Anfang des Jahres 2016 richtete die NASA eine Koordinationsstelle für planetare Verteidigung und Katastrophenhilfe nach einem Asteroiden- oder Meteoriteneinschlag ein, das PDCO. 

Im Herbst 2016 stellte die NASA das Frühwarnsystem Scout vor. Die Asteroid Impact Mission (AIM) fand keine Finanzmittel und wurde im Dezember 2016 bei einem ESA-Ministertreffen in der Schweiz abgelehnt. Im Januar 2017 veröffentlichte die US-Regierung die National Near Earth Object Preparedness Strategy und kündigte einen Aktionsplan an. Im Oktober 2017 testeten Astronomen im Rahmen einer Multi-Site-Beobachtungskampagne die Möglichkeiten der Überwachungssysteme. Testobjekt war der Apolloasteroid 2012 TC4.

Bereits im Sommer 2007 gab die NASA bekannt, dass es möglich wäre, mit einer speziellen Sonde Asteroiden aus ihrer Bahn zu lenken. Diese Sonde würde ein großes Sonnensegel mit sich führen, um die Sonnenstrahlung auf einen kleinen Bereich des Asteroiden zu lenken. Die erzeugte Wärme würde Materie des Asteroiden verdampfen lassen und einen Rückstoß bewirken, der ausreiche um den Asteroiden aus seiner Bahn abzulenken. Laut NASA wäre diese Methode für einen Asteroiden bis zu 500m Durchmesser geeignet. 

Die genaueste Methode zur Ablenkung eines Asteroiden ist der Einsatz der Schwerkraft. Wenn man einen 20 Tonnen schweren Satelliten ein Jahr lang in 150 m Abstand zum Mittelpunkt eines Asteroiden über diesem schweben ließe, könne man den Asteroiden soweit ablenken um einen Einschlag der 20 Jahre später stattfinden würde zu verhindern. Um den Satelliten in der Schwebe zu halten, damit er nicht auf Grund der Schwerkraft auf den Asteroiden stürzt, wäre ein Ionenantrieb nötig. Da sich der Satellit und der Asteroid laufend anziehen würde man eine Abweichung von seiner Bahn erreichen.

Die ESA arbeitet an einem Abwehrprojekt namens „Don Quijote“. Die zwei Sonden „Sancho“ und „Hidalgo“ könnten zum Asteroiden fliegen. „Hidalgo“ würde den Asteroiden rammen und „Sancho“ im Orbit des Asteroiden Daten über seine Geschwindigkeit, Zusammensetzung und Erfolg von „Hidalgo“ sammelt. Nach Angaben der ESA ist diese Methode für Objekte bis 1 km Durchmesser wirkungsvoll und die Mission würde gestartet werden, falls die Einschlagswahrscheinlichkeit eines Asteroiden über 1 % steigt.

In Filmen wie Deep Impact und Armageddon landen Raumschiffe auf der Oberfläche des Asteroiden, um sie mithilfe von Nuklearwaffen zu sprengen. Was im Film funktioniert wäre in der Realität wirkungslos.

Um die Erde zu schützen, müsste der Körper einerseits komplett gesprengt werden, andererseits die restliche Masse dermaßen beschleunigt werden, dass alles die Erde verfehlt. Darum ist es einfacher, auf die Sprengung zu verzichten und den Asteroiden als Ganzes so abzulenken, dass er die Erde verfehlt. Hierfür wird die Explosion einer Nuklearwaffe in geringer Entfernung zum Asteroiden überlegt. Die freigesetzte Strahlung würde schlagartig Materie vom Körper verdampfen, die dann einen Feuerball bildet. Der sich aufbauende Druck sollte den Asteroiden in Richtung der von der Explosion abgewandten Seite beschleunigen. Die Ablenkung via Kernwaffenexplosion ist von allen genannten Methoden die ungenaueste. Sie ist aber auch die Stärkste und mag die einzig nutzbare Methode sein, wenn ein Asteroid auf Einschlagskurs zu spät entdeckt wird, um noch die anderen Methoden zu nutzen.

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