Meteorit

Das Weltall

Unter einem Meteoriten versteht man einen relativ kleinen Gestein kosmischen Ursprungs, der auf dem Erdboden einschlägt. Gewöhnlich besteht er aus Silikat oder einer Eisen-Nickel-Legierung. 

Allgemeines:

Das Wort Meteorit ist griechisch und bedeutet soviel wie „hoch in der Luft“. Man unterscheidet zwischen differenzierten und undifferenzierten Meteoriten. 

Undifferenzierte Meteorieten enthalten alte, schwere chemische Elemente, die durch Kernfusion entstanden sind. Sie sind die am häufigsten gefundenen Meteoriten. Sie zählen zu den Steinmeteoriten und werden auch Chondrite genannt. 

Die differenzierten Meteoriten, stammen überwiegend von Asteroiden, dem Mars oder dem Erdmond ab. Sprich von Himmelskörpern, die wie die Erde durch einen Schmelzprozess einen schalenförmigen Aufbau zeigen. Sogenannte Achondrite stammen aus dem Mantel eines Asteroiden. Bekannt sind auch Meteoriten die aus einer Eisen-Nickel-Legierungen oder einer Stein-Eisen- Legierungen bestehen. Weiter Klassifizierungen sind Verwitterungsgrad, Fundort, Schliffgrad, Alter usw. 

Meteoriten entstehen im Sonnensystem und werden solange sie im interplanetaren Raum befinden als Ursprungskörper bezeichnet. Sobald sie in die Erdatmosphäre eintreten, erzeugen sie eine Leuchterscheinung und werden als Meteor bezeichnet. Verglühen sie in der Erdatmosphäre, nennen wir  sie Sternschnuppen. 

Ein Meteorit, der aus unserem Sonnensystem stammt, hat im Bereich des Erdorbits eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 42 km/s. Was damit zusammen hängt, dass die Erde auf ihrer Bahn mit etwa 30 km/s unterwegs ist. Natürlich sind die Gesteinsbrocken viel schneller unterwegs und werden beim Eintritt in die Atmosphäre sehr stark abgebremst. Die entstehende Hitze lässt Teile der Oberfläche verdampfen bzw. schmelzen. 

Üblicherweise stammen Meteoriten aus dem Asteoridengürtel de zwischen den Planeten Mars und Jupiter liegt. Ein vom Asteroiden abgetrennter Meteorit braucht mehrere Millionen Jahre bis er bei uns auf der Erde einschlägt. Darum ermöglichen sie uns wertvolle Einblicke in die Frühzeit unseres Sonnensystems. 

Wie viele Einschläge werden pro Jahr auf der Erde verzeichnet? Durchschnittlich können 5 pro Jahr beobachtet werden. Natürlich ist die Zahl viel höher, da ein erheblicher Teil ins Meer oder auf unbesiedelte Gebiete fällt. 

Aber auch in dichter besiedelten Gegenden kommt es zu Einschlägen, die, wenn keine Lichterscheinung auftritt unbemerkt werden. In Ramsdorf, am 26. 07. 1958 war nur ein knatterndes Geräusch in der Nähe des Aufschlagortes zu hören. 

Häufigkeit von Meteoritenfällen:

Ein Kamara Netzwerk in Kanda hat zwischen 1974 und 1983 Meteorbahnen ausgewertet und folgende Zahlen geliefert. Auf der Landfläche der Erde kommt es zu 5800 Einschlägen im Jahr. 

Obwohl Meteoriten gleichmäßig auf dem ganzen Erdball einschlagen gibt es Gegenden in denen Funde häufiger sind als in anderen, was auf unser Klima zurück zuführen ist. Die nicht stabilen Eisenverbindungen oxidieren im gemäßigten Klima schnell wogegen sie an trockenen Orten, wie den nordafrikanischen Wüsten Zehntausende Jahre oder in der Antarktis Millionen Jahre überdauern können. 

Fundorte:

1912: Antarktis: Adelie-Land-Meteorit. 
1920: Namibia: weltweit größte Meteorit namens Hoba (60 Tonnen Gewicht)

Zu den bekanntesten Fundgebieten der Sahara zählen in Libyen die Hammada al-Hamra, das Dar al-Gani, in Algerien das Acfer- Gebiet, die Hammadah du Draa und die Tanezrouft-Wüste sowie Grein und die Ténéré Tafassasset in der Republik Niger. Die wichtigsten Konzentrationsflächen im Oman heißen Dhofa, rJiddat Al Harasis und Say Al Uhaymri.

Berichte über vom Himmel gefallene Steine gibt es seit frühester Zeit. Erste bekannte Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 470 v.Chr. Die Meteoriten wurden verschiedenen Göttern zu gesprochen und verehrt. Man findet sie auch als Grabbeigaben. 

Historisches:

Der erste in Europa registrierte Meteorit, von dem noch Material vorhanden ist, landete 1400 n. Chr. in Elbogen in Böhmen. Großes Aufsehen erregte ein Steinmeteorit, der 1492 n. Chr. mit großem Getöse in Ensisheim (im Elsass) vom Himmel fiel.

Die ältesten gefundenen Überreste, sogenannte „fossile Meteoriten“, könnten vor etwa 450 – 480 Millionen Jahren auf die Erde gefallen sein. 

Meteoriteneinschläge können durchaus spektakulär sein. Am 30. Juni 1908 beobachteten Zeugen über der sibirischen Tunguska Region, einen blassblauen Feuerball. Die Druckwelle seiner Explosion machte rund 2.000 km2 Wald dem Erdboden gleich, was ungefähr einer Kreisfläche von 50km Durchmesser entspricht. Die Luftschwankungen wurden sogar in London registriert. Es wird vermutet, dass der Meteorit ca. 50 bis 100 Meter groß war und in einer Höhe von ca. 10.000 Metern explodierte. 

Meteoritisches Eisen wurde schon vor der eigentlichen Eisenzeit zur Herstellung von Kultgegenständen, Werkzeugen und Waffen benutzt. So wurden etwa in einem kleinen Gräberfeld aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. bei der ägyptischen Siedlung Gerzeh Eisenperlen mit einem Nickelgehalt von 7,5 Prozent gefunden, was den meteoritischen Ursprung nahelegt. Eine Dolchklinge wurde auch in der Grabkammer des Pharaos Tutanchamun gefunden, von der angenommen wird, dass sie möglicherweise aus meteoritischem Eisen gefertigt worden ist. Zwei 2016 publizierte Analysen der Dolchklinge geben der Annahme eines meteoritischen Ursprungs des Klingenmaterials starke Unterstützung. Ätzt man Meteoriteneisen mit Säure, zeichnet sich ein Muster ab, da die verschiedenen Metalle unterschiedlich stark von der Säure angegriffen werden.

Die wissenschaftliche Erforschung von Meteoriten begann am Ende des 18. Jahrhunderts.

Geschichte der Meteoritenforschung

Als Meilenstein in der Akzeptanz von Meteoriten als außerirdische Objekte gilt die Veröffentlichung des Physikers Ernst F. F. Chladni. In diesem 1794 veröffentlichten Aufsatz diskutiert Chladni historische Berichte über Meteore und Feuerkugeln. Außerdem schlägt er vor, dass diese Körper aus dem Weltraum stammen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Phänomene dieser Art als Aberglaube abgetan oder einem atmosphärischem Ursprung zugesprochen. Aufgeklärte und gebildete Menschen begegneten der Annahme, dass diese Steine einen außerirdischen Ursprung haben mit Spott und Hohn. Ein Grund hierfür war der auf Aristoteles zurückgehende und von Isaac Newton bekräftigte Glaube, dass das Sonnensystem abgesehen von den größeren Körpern wie Planeten, Monden und Kometen frei von Materie sei. Bereits im 18. Jahrhundert, wurden die ersten Meteoritensammlungen gegründet. Die älteste der Welt befindet sich im Naturhistorischen Museum in Wien. Der 1751 gefalle Hraschina-Meteorite legte den Grundstein und heute kann man dort die mit ca. 1100 Objekten größte Schausammlung der Welt bewundern.

Auch Chladnis Thesen erfuhren zunächst bei den meisten Wissenschaftlern Ablehnung, durch weitere beobachtete Fälle Und Forschungsberichte erhielten sie aber zunehmend Unterstützung. William

Thomson lieferte 1794 die erste mineralogische Beschreibung eines bei Siena in Italien gefallenen Steins, in der er zeigte, dass dieser von allen bekannten irdischen Gesteinen verschieden ist. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts glaubte man noch, dass die meisten Meteoriten vom Mond kämen. Erst 1940 kamen die Wissenschaftler darüber überein, dass fast alle Meteoriten aus dem Asteoridengürtel stammen. Seit den 1980er weiß man, dass jeder tausendste Meteorit vom Mond oder Mars stammt. 

Auswirkungen:

Sollte ein größerer Meteorit in besiedelten Regionen niedergehen, kann das beträchtliche materielle Schäden sowie den Verlust von Menschenleben zur Folge haben. Meteoriten mit einer Masse von über 100 Tonnen werden durch die Atmosphäre nicht mehr nennenswert abgebremst, deshalb wird beim Auftreffen auf die Erdoberfläche ihre kinetische Energie explosionsartig freigesetzt, wodurch es zur Bildung von Einschlagkratern kommt. Derartige Einschläge können eine globale Naturkatastrophe verursachen und – wie im Falle des KT-Impakts – ein Massenaussterben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten zur Folge haben.

Die Flugbahn eines Meteors durch die Erdatmosphäre kann durch ein geometrisches Schnittverfahren bestimmt werden, wenn die Leuchtspur am Sternhimmel durch die Kameras mehrerer Meteorstationen erfasst wurde. Aus der Richtung und Krümmung der Flugbahn und der Luftdichte lässt sich der genäherte Fallort berechnen, was in den letzten Jahren in Mitteleuropa schon mehrmals zu Meteoritenfunden geführt hat.

Was Sie noch interessieren könnte:
Was ist ein Asteroid >>weiter<<, welche Auswirkungen könnte eine Kollision haben >>weiter<<, ist die Menschheit in der Lage sich vor einer Kollision zu schützen >>weiter<<, auch Bennu ist eine Gefahr >>weiter<<, möglicher Weltuntergang 2021 >>weiter<<

Quelle: 
Https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Meteorit&oldid=18182330“7

Weblinks: 
Meteoritenalter: >>weiter<<
NASA-Übersicht neuer Mondkrater: >>weiter<<
Ein konkreter neuer Mondkrater: >>weiter<<
Die Meteoritensammlung im Naturhistorischen Museum Wien: >>weiter<<