Gesicht

Der Blick

Es sind die Augen mit denen wir die Welt entdecken, es sind die Augen mit denen wir von Geburt an nach Informationen in vertrauten Gesichtern suchen. Es sind aber auch die Augen in die wir schauen, die uns Angst, Verachtung oder Zuneigen vermitteln. Wir freuen uns über einen liebevollen, freundlichen Blick erkennen aber auch Angst oder Besorgnis. Seit jeher betonen wir die Augen durch Schminke oder wenden den Blick ab, wenn wir einer Begegnung aus dem Weg gehen wollen. Oft sind es die Augen die uns bei einem Fremden zuerst auffallen. Vielleicht stimmt es ja und die Augen gestatten uns einen Blick in die Seele eines Menschen.

Das erste, was bei Augen auffällt, sind Größe und Form. Die geben uns einen ersten Einblick dahin gehend wie offen der Mensch in die Welt blickt. Näheres dazu in den Artikeln über die Augen >>weiter<<
Die Augen und vor allem der Blick verraten uns aber viel über den Gemütszustand eines Menschen. Sobald wir entspannt sind und uns wohlfühlen, ist auch unser Blick entspannt. In dem Moment, in dem wir uns konzentrieren, uns etwas stört oder belastet, ziehen sich unsere Gesichtsmuskeln automatisch zusammen. Beobachten Sie einmal einen Säugling bevor er zu weinen beginnt.
Reißen wir hingegen die Augen weit auf stehen wir unter Stress, sind verwundert, haben Angst oder ein schwerwiegendes Problem. Ausgelöst wird das Aufreißen der Augen meist durch einen Reiz, der von außen kommt.
Etwas das wir nicht bewusst steuern können, ist die Größe der Pupillen, die sich automatisch weiten, wenn wir uns wohlfühlen oder etwas Schönes sehen. Auch eine Begegnung, über die wir uns freuen löst automatisch diesen Reflex aus. Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn sich die Pupillen verengen, haben wir negative Gefühle oder es ist etwas Schreckliches passiert.
Oft herrscht die Meinung vor, dass man am Blick eines Menschen erkennen kann, ob er lügt oder nicht. Das geht nicht ganz so einfach. Es gibt immer nur Hinweise, wenn sich diese häufen lohnt es sich nachzufragen. Warum ist das so? Im Prinzip trainieren wir Lügen und Flunkern von Kindesbeinen an. „Erzähl das nicht deinem Vater…“, „sag einfach, dass wir nicht da sind …“ „Macht mich das Kleid dick?“ Usw. Und alles, was man trainiert, kann man besonders gut. Somit auch das Verbergen einer Lüge. Es gibt aber ein paar Auffälligkeiten die oft vorkommen, wenn jemand nicht ganz bei der Wahrheit bleibt. Eine davon ist der forschende Blick, mit dem man herauszufinden versucht ob der Zuhörer einem glaubt oder nicht. Dieser Blick kommt, aber auch in Situationen vor, in denen es an Selbstvertrauen fehlt und man nach Bestätigung sucht. Eine Faustregel besagt, ein Lügner versucht den Zuhörer von der Botschaft zu überzeugen, wer hingegen die Wahrheit sagt, bleibt informativ.
Oft wird das Vermeiden von Blickkontakt in einem Gespräch oder das plötzliche Abwenden des Blicks als Zeichen für Unwahrheit gedeutet. Das stimmt nicht ganz. Wir wenden den Blick ab, wenn wir einem Gespräch im Allgemeinen aus dem Weg gehen möchten oder uns ein Mensch unsympathisch ist. Das Abwenden des Blickes während eines Gesprächs ist ein Ausdruck von Scham oder Verlegenheit und nicht unbedingt der Lüge.
Wie intensiv und lange man den Blickkontakt aufrecht hält, hängt von persönlichen Vorlieben oder dem Kulturkreis ab in dem man sich bewegt. Studien belegen, dass in vielen Ländern der Blickkontakt vom sozialen Status abhängt. Menschen mit einer hohen sozialen Position stellen sowohl beim Sprechen als auch beim Zuhören häufig Blickkontakt her. Niedrig gestellte Menschen halten zu höherrangigen Gesprächspartnern beim Zuhören häufig Blickkontakt selten aber, wenn sie sich selbst äußern. Wenn wir uns bemühen aktiv einen Blickkontakt herzustellen. Jemanden lange anzusehen in der Hoffnung, dass der Augenkontakt hergestellt wird, dann wollen wir mit dem Menschen ins Gespräch kommen. Wir senden die Botschaft:“Bitte sprich mit mir“. Das Blickkontakt suchen ist immer ein Versuch die Aufmerksamkeit einer Person auf sich zu lenken, was häufig beim Werben um einen Partner vorkommt. Es wurde durch Studien belegt, dass sich die Blicke, die Art wie sich zwei Menschen ansehen, ändern, wenn z.B. aus Freundschaft Liebe geworden ist.
Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen ansehen und anstarren. Starren ist unpersönlich oder provokant. Starren heißt, dass wir jemanden nicht für vertrauenswürdig halten, dass er uns suspekt ist und wir deswegen in Alarmbereitschaft sind. In Räumen in denen Menschen nahe beisammen sind wie z.B. in einem Bus, kann das jemanden anstarren Aggressionen schüren und sogar einen tätlichen Angriff provozieren. Das Ansehen hingegen signalisiert, dass wir für eine Begegnung offen sind, das wir interessiert oder fasziniert sind. Kommt es in einem Gespräch zu einem längeren Schweigen, das eventuell von einem starren Blick in die Ferne oder auf eine Person begleitet wird, heißt das eigentlich nur, dass die Person in Gedanken versunken ist. Eventuell versucht sie die gerade erhaltenen Informationen zu verarbeiten.
Das Abwenden des Blickes im Allgemeinen ist kontextabhängig. Fühle ich mich in der Situation wohl, wenn ich z.B: Mit Freunden zusammen bin, dann erlaubt mir diese entspannte Stimmung das Abwenden des Blickes. Vielen Menschen fällt es im Allgemeinen leichter sich Informationen ins Gedächtnis zu rufen, wenn sie den Blick abwenden.
Der Blick zur Seite kommt eher in Situationen vor, in denen man sich nicht festlegen möchte. Er drückt auf jeden Fall Zweifel, Argwohn, Geringschätzung oder Verachtung aus. Stellen wir jemanden eine Frage, der daraufhin den Blick abwendet, vielleicht nach oben wandern lässt, spricht das häufig dafür, dass derjenige über die Frage nachdenkt. Nicht, dass er sich eine Lüge zusammen bastelt.
Wer kennt sie nicht die Geste des den Blick in den Himmel/an die Zimmerdecke werfen. Besonders beliebt bei Fußballern, die einen Elfmeter verschossen haben oder Golfern denen ein Putt misslungen ist. Diese Geste hat einen praktischen Grund. Sie stellt weniger den Versuch dar eine höhere Macht, um Hilfe zu bitten, als den seitlich am Hals verlaufenden Musculus sternocleidomastoideus zu dehnen, der sich unter Stress anspannt.
In Situationen wie diesen kommt es oft vor, dass man sich die Augen bedeckt. Mit der Handfläche oder den Fingern. Das stellt immer einen Versuch dar sich von einer schlechten Nachricht zu distanzieren. Darum folgt sie häufig auf eine schlechte Nachricht oder im Falle unseres Sportlers, der daneben geschossen hat.
Im Gegensatz dazu schließen wir die Augen, wenn wir einer Aussage Nachdruck verleihen wollen oder zustimmen. Auch hier muss man auf den Kontext achten um sicher zugehen, dass es sich um kein Zeichen der Abneigung handelt.
Auch beim Blinzeln schließen wir kurz unsere Augen. Wie oft jemand blinzelt hängt von der Umgebung und dem Stresslevel ab. Schnelles Blinzeln ist lediglich ein Zeichen für Stress. Die Frage, die man gestellt bekommen hat, ist einem unangenehm und schon beginnt man schnell zu blinzeln. Auffällig ist, dass wir in der Gegenwart eines Menschen den wir körperlich attraktiv finden häufiger blinzeln.
Setzt abgesehen vom Blinzeln plötzlich das Zucken der Augenlider ein, ist das ein Hinweis darauf, dass der Mensch mit einem Problem kämpft oder mit sich ringt. Das kann Fassungslosigkeit, Bestürzung oder Skepsis sein. Aber auch einfach nur die Suche nach der richtigen Formulierung.
Berührt man das oberen Augenlid mit einem Finger, in dem man z.B. darüber streift, kombiniert man zwei Dinge. Die Distanzierung von einem negativen Reiz und den Abbau von Spannung. Gesten dieser Art sieht man häufig bei Menschen die gerade eine unangemessene oder peinliche Äußerung gehört haben. Zeigt man hingegen auf sein Auge, indem man den Zeigefinger auf das untere Augenlid legt und in Richtung Augapfel deutet, drückt man Zweifel oder Misstrauen aus. Häufig zeigen Menschen diese Geste unbewusst, wenn sie über eine Frage oder Mittelung nachdenken. Kommen noch weitere nonverbale Signale dazu wie z.B. das Heben der Augenbrauen oder das Zusammenpressen der Lippen, ist es eindeutig ein Ausdruck von Zweifel, Bestürzung oder Fassungslosigkeit.
Wir kennen natürlich noch müde Augen oder einen traurigen Blick. Jemand senkt den Blick, was allerdings nicht dazu dient, den Augenkontakt zu unterbrechen, sondern ein Zeichen von Frömmigkeit, Unterwürfigkeit oder Reue ist. Auch hier gibt es enorme kulturelle Unterschiede.
Was sagen aber zusammengekniffene Augen? Sie sind ein deutliches Zeichen für Missfallen oder Besorgnis. Es kommt aber auch vor, dass Menschen ihre Augen zusammenkneifen, wenn sie sich besonders konzentrieren oder versuchen eine Nachricht zu begreifen. Wird dieses zusammenziehen der Augen zur Nase hin von einem Naserümpfen oder dergleichen begleitet, können wir davon ausgehen, dass wir jemanden vor uns haben, der verärgert ist.
Es lässt sich, da die Augen und der Blick für uns Menschen dermaßen wichtig sind auch leicht verstehen, warum sich Männer und Frauen seit der Antike besonders die Augen schminken. Es steigert die Attraktivität. Die Anziehungskraft kann durch Make-up gesteigert werden. Auch lange, dichte Wimpern wirken attraktiv.

 

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