J.W.v.Goethe

 

 

Johann Wolfgang von Goethe in Fakten und Daten: 

  • Geburtsdatum: 28.08.1749
  • Geburstort: Frankfurt am Main
  • Vater: Johann Casper Goethe 
  • Mutter: Catharina Eliasbeth Goethe (geborene Textor)
  • Eherfrau: Christiane Vulpius
  • Sohn: August

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 als Spross einer angesehenen bürgerlichen Familie in Frankfurt am Main geboren. Die wohlhabenden Eltern, Johann Casper und Catharina Elisabeth Goethe sorgten für ein umfangreiches Ausbildungsangebot durch Hauslehrer. Auf dem Stundenplan standen nicht nur wissenschaftliche Fächer, sondern auch Kunst. Die Kinder konnten mehrere Sprachen sprechen und spielten Klavier oder auch Cello. Später kamen noch Tanzen, Fechten und Reiten dazu. Theater- und Konzertbesuche rundeten das Programm ab. 

Im Oktober 1765 begann der junge Goethe in Leipzig Jura zu studieren und widmete sich der Theologie, den Naturwissenschaften und der Medizin. Er ging ins Theater und lernte zeichnen, radieren und kupferstechen. Er verfügte über 1000 Taler um sein Leben zu finanzieren. Im Vergleich dazu verbrauchte eine vier köpfige Arbeiterfamilie laut Überlieferungen ungefähr 130 Tale im Jahr, für Essen, Wohnen, Kleidung und der gleichen. Seine Liebe zu Käthchen Schönkopf inspirierte ihn in dieser Zeit zu der Gedichtsammlung Annette. Die Launen des Verliebten. 

Ein Blutsturz und Lungenprobleme veranlassten Goethe 1768 dazu sein Studium zu unterbrechen, und nach Frankfurt zurückzukehren. Es dauerte jedoch bis zum Winter 1769, bis sich Goethe wieder einigermaßen erholt hatte. Die Zeit in Frankfurt nutze er für eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Alchemie. 

Um das Studium der Rechtswissenschaften beenden zu können, übersiedelte er Ostern 1770 nach Leipzig. Ein Semester genügte Goethe, um mit dem damals üblichen Kandidatenexamen das Grundstudium abzuschließen. Im Sommer 1771 bewarb er sich um den Titel eines Lizentiaten. Der im Prinzip dem Dorktor juris entspricht. Er bestand die öffentliche Anhörung, bei der er juristische Thesen verteidigen musste, und wurde mit dem Prädikat “Cum applausu” ausgezeichnet. De Schwerpunkt seiner Interessen lag zu dem Zeitpunkt jedoch eigentlich mehr bei Medizin, der Botanik, der Theologie, der Philosophie und ganz besonders der Chemie. 

 Anfang September kam Gottfried Herder nach Straßburg. Goethe und der um fünf Jahre ältere Herder verbringen viel Zeit mit einander und ihre Freundschaft sollte ein Leben lang halten. Herder erkannte Goethes Talent und brachte ihm die Natur- und Volkspoesie näher und konnte ihn für Homer, Ossian und Shakespeare begeistern. Goethe freundet sich in Straßburg nicht nur mit Herder sondern auch mit Heinrich Jung-Stilling (1740 – 1817) und Jakob Michael Reinhold Lenz (175-1792) an. Nicht zu vergessen die Liebe zu Friederike Brion (1752-1813) für die er Gedichte wie das Maillied oder Willkommen und Abschied schrieb. 

1771 kehrte er nach Frankfurt zurück und arbeitet als Rechtsanwalt am dortigen Schöffengericht. Im September legt er den sogenannten Advokateneid und den Frankfurter Bürgereid ab. Was die Voraussetzung für eine Karriere im öffentlichen Dienst war. Goethe richtete sich im Haus seiner Eltern eine Kanzlei ein und führte Prozesse. Ende 1771 beendete er „Götz von Berlichingen“.  

1772 war das Jahr, das seine Laufbahn als Schriftsteller einläutete. Denn er begann Rezensionen für den „Frankfurter gelehrten Anzeiger“ zu schreiben. Die Literaturzeitschrift war das wichtigste Sprachrohr für den Sturm und Drang und Goethe schrieb Literaturkritiken. Im Mai schickt ihn sein Vater nach Wetzler ans Reichskammergericht. Auf einem Ball lernte er Charlotte Buff kennen und später ihren Verlobten Johann Christian Kestner. Goethes Annäherungsversuche zerstörte fast die Freundschaft der drei und Goethe verlässt im September Wetzler. Dieses Dreiecksverhältnis und der Selbstmord des Legationssekrtärs Karl Wilhelm Jersualem, dem seine unglückliche Liebe zu einer verheiratete Frau in den Tod trieb, inspirierte Goethe zum Roman „Die Leiden des jungen Werthers. „Werther“, sein größter internationaler Erfolg, den er im Februar und März 1774 schrieb und „Götz von Berlichingen“ machten Goethe zur Galionsfigur des Sturm und Drang. Der Roman rund um Werther löste einen regelrechten Kult aus. Seine jungen Anhänger, kleidete sich wie Werther in blauem Frack, gelber Weste und Hose, und man konnte Fan Artikel erwerben. Das Buch hatte natürlich nicht nur Fans. Kritiker fanden sich natürlich in den Reihen der Kirche, die Goethe beschuldigten, dass er Selbstmord verherrlichte. Sein Freund Kestners nahm ihm übel, dass er sich überdeutlich in der Geschichte erkennen würde. Gleich nach Werther verfasste Goethe Clavigo und begann Pläne für Faust I und Egmont auszuarbeiten. 

1775 verlobte er sich mit der Bankierstochter Lili Schönemann. Im Mai 1775 reiste er mit Freunden in die Schweiz. Als Goethe zurück nach Frankfurt kommt, löste er die Verlobung mit Lili.

Goethe hatte 1774 den Erbprinz Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach kennen gelernt. Dieser lädt ihn zu sich nach Weimar ein und Goethe folgt im November 1775 der Einladung. Der Herzog gibt ihm eine Anstellung und bezahlt ihm ein verhältnismäßig hohes Gehalt. Im Juni 1776 beruft der Herzog Goethe in die Zentrale der Landesregierung. 

1779 beginnt Goethe mit seinen Naturstudien und entdeckte im März 1784 den os intermaxillare den sogenannten Zwischenkieferknochen. 

Drei Jahre später, im Jahr 1782, übernahm Goethe die Leitung der Weimarer Kriegskommission und die Direktion des Wegebaus. Mit 30 Jahren wurde er zum Geheimrat ernannt und der Fürst beförderte ihn zum Leiter der Finanzkammer. Im selben Jahr wird er durch Kaiser Joseph II in den Adelsstand erhoben und sein Vater stirbt. Neben der Liebe zu Charlotte von Stein entdeckte er auch die Liebe zu Geologie und Mineralogie und unternahm einige private und berufliche Reisen. 

In den ersten elf Jahren in denen er in Weimar lebte veröffentlichte er kaum etwas. Er begann „Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre“, „Egmont“, „Iphigenie“ und „Tasso“ auch Faust I blieb ein Fragment. Dafür schrieb er einige seiner bekanntesten Gedichte, schrieb für das Weimarer Liebhabertheater , führt Regie und versuchte sich als Schauspieler. 

Im Sommer 1785 war Goethe zum ersten Mal auf Kur im böhmische Karlsbad. Während seines zweiten Aufenthaltes plante er seine Flucht nach Italien und setzte am 3. September 1786 den Plan in die Tat um. Sein Weg führte ihn über den Brenner, Trient, den Gardasee nach Verona, dann nach Venedig, Padua und schließlich nach Rom. Dort knüpfte er freundschaftliche Bande mit Künstlern wie Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829), Angelika Kauffmann (1741-1807) und Karl Philipp Moritz (1756-1793). 

Goethe blieb vier Monate in Rom. Gemeinsam mit Tischbein reiste er am 22. Februar 1787 nach Neapel. Dort schloss sich ihnen der Landschaftsmaler Christoph Heinrich Kniep an und die Reise ging weiter bis nach Sizilien. Im Mai kehrten sie über Neapel nach Rom zurück. Wo er vom 7. Juni 1787 für fast ein Jahr bleiben wird. Hier widmete er sich vor allem der Architektur und Bildenden Künsten in Museen und Sammlungen. Goethe war in Italien aber nicht nur Kunstliebhaber, sondern versuchte sich selbst als Künstler weiterzubilden. Er zeichnete, aquarellierte und modellierte. Rund 850 Zeichnungen sind aus seiner italienischen Zeit erhalten.

In Rom änderte er die Iphigenie in Verse um und beendete Egmont. Er widmete sich auch wieder Tasso und Faust. Am 23. April 1788 tritt er gemeinsam mit Christoph Kayser die Rückreise in den Norden an. Seine Version der “Italienischen Reise” schrieb er erst dreißig Jahre später. Sie basierte auf dem “Reise-Tagebuch” das er für Charlotte von Stein geführt hatte und auf Briefen und Notizen.

1788 kam Goethe wieder nach Weimar. Von da an übernahm Goethe hauptsächlich repräsentative Aufgaben und hatte als Kulturminister die Oberaufsicht über verschiedene Universitäten wie z.B. Jena. Von 1791 bis 1817 leitete Goethe zusätzlich das neue Weimarer Hoftheater. 

Die Beziehung mit Charlotte von Stein nahm er nicht wieder auf, sondern begann ein Verhältnis mit Christiane Vulpius. Die er 18 Jahre später heiratete. 

Als Minister verfolgte Goethe die Geschehnisse der Französischen Revolution und er setzte sich unter anderem in den “Revolutionsdramen”, der Novellensammlung “Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten” und dem Versepos “Hermann und Dorothea” damit auseinander. Immer intensiver beschäftigte sich Goethe mit den Naturwissenschaften. 

1790 bereiste Goethe zum zweiten Mal Italien. Er fuhr  der Herzogmutter bis Venedig entgegen, konnte sich aber nicht mehr für das Land erwärmen. 1792 zog er mit Carl August nach Frankreich, um am Krieg Österreichs und Preußens gegen die Revolutionsregierung teilzunehmen. Was er  in “Die Kampagne in Frankreich” zu Papier brachte. 

1794 begann die Freundschaft mit Friedrich Schiller. 1805 erkrankten sowohl Goethe als auch Schiller, welcher am 9. Mai 1805 verstarb. Goethe, der selbst an heftigen Nierenkoliken litt, war zutiefst erschüttert. Schiller hatte immer versucht, Goethe zur Fertigstellung von Faust I zu bewegen. Am 13. April 1806 schreibt Goethe dann endlich in sein Tagebuch: “Schluß von Fausts I. teil” und hatte Schiller somit seinen Wunsch erfüllt. Im Januar 1795 kam der erste Band von “Wilhelm Meisters Lehrjahre” heraus.

Auf seiner dritten Reise in die Schweiz hielt er 1797 in seiner alten Heimatstadt Frankfurt an. Er ließ Christiane und seinen Sohn nachkommen, um sie seiner Mutter vorzustellen. 

Goethe hielt sich von da an oft in Jena auf. Wo er sich im Winter unglücklich in Minchen Herzlieb verliebte. In dieser Zeit  entstanden die “Sonette” und die “Wahlverwandtschaften”. Im Oktober 1808 wurde Goethe während des Erfurter Fürstenkongresses von Napoleon empfangen und seine Mutter verstarb. 1810 schloss er seine Farbenlehre ab. 1811 begann er seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben, die unter dem Titel “Dichtung und Wahrheit” bekannt wurden. Dazu fuhr er extra  in die Gegend rund um Rhein und Main, wo er in seiner Kindheit und Jugend gelebt hat. Auf einer dieser Reisen verliebte er sich in Marianne Jung, die später den Bankier Johann Jakob von Willemer, heiratete. 

1815 wurde das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach durch Beschluss des Wiener Kongresses zum Großherzogtum, was Goethe zum Staatsminister machte. 1816 stirbt seine Frau Christiane.

Nach dem Tod seines Onkels, bat man ihm in Frankfurt die Stelle eines Ratsherrn an. Anstatt sie anzunehmen verzichtete er im Jahr 1817 auf das Frankfurter Bürgerrecht. Seit dem Wiener Kongress war es möglich, sobald man das Bürgerrecht aufgab, sein Vermögen auszuführen ohne, den zehnten Pfennig zu bezahlen. Auf diese Weise konnte Goethe die gerade beschlossene Einkommenssteuer umgehen. 

Im Sommer 1821 fuhr er zur Kur nach Marienbad wo er die 17-jährige Ulrike von Levetzow kennen lernte.  

Peter Eckermann, der ab 1823 für Goethe arbeitete, ermunterte ihn dazu Faust II zu schreiben. Welchen er letztendlich 1831 vollendete. Er wollte das Werk aber nicht mehr zu seinen Lebzeiten veröffentlichen, und übergab es seinen Nachlassverwaltern. In seinem Haus am Frauenplan kümmerte sich seine Schwiegertochter Ottilie bis zu seinem Tod um ihn. 1830 starb sein Sohn August in Rom an einem Blutsturz und am 22. März 1832 folgt ihm der deutsche Dichter und wurde in der Fürstengruft zu Weimar beigesetzt.

Quelle:http://www.goethezeitportal.de/wissen/enzyklopaedie/goethe/goethe-biographie.html (Stand 12.06.2019)

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