Fräulein von Scuderi

von E.T.A. Hoffmann (Ernst Theodor Amadeus Hoffmann *24. Januar 1776 in Königsberg/Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) 

Das Fräulein von Scuderi wurde im Jahr 1919 zum ersten Mal, und zwar im “Taschenbuch für das Jahr 1820. Der Liebe und Freundschaft gewidmet”, abgedruckt. 

Hoffmanns Novelle spielt im Paris des Jahres 1680. Das 73-jährige Fräulein Madeleine von Scuderi verkehrt als angesehene Dichterin regelmäßig am Hof von König Ludwig XIV. 

In jener Zeit ging in Paris ein Serienmörder um. Die Opfer, alles angesehene Männer, die auf dem Weg zu ihrer Geliebten waren. Die Schmuckstücke, die die Männer als Geschenk für die Damen bei sich trugen, wurden gestohlen. Man wendete sich hilfesuchend an den König. Dieser zieht das Fräulein von Scuderi, die gerade bei ihm ist zu rate wie er in dieser Angelegenheit vorgehen sollte. Sie antwortet mit: « Un amant qui craint les voleurs, n’est Point digne d’amour » („Ein Liebhaber, der Diebe fürchtet, ist der Liebe nicht würdig“). Der amüsierte König veranlasst somit, die Ermittlungen nicht weiter zu verschärfen. Sicher auch aus dem Grund, da eine Giftmordserie aus der Vergangenheit zu überzogenen Maßnahmen hinriss deren viele Unschuldige zum Opfer fielen. 

Die Mordserie geht weiter, bis Rene Cardiallac, ein Goldschmied ermordet wird. Der als sein Mörder verhaftete Olivier Brusson, scheint zu Unrecht beschuldigt zu werden. Das Fräulein von Scuderi klärt den Mord schließlich auf.

Entstehungsgeschichte

E.T.A. Hoffmanns Erzählung erschien mit anderen 18 Erzählungen, Novellen und Märchen in vier Bänden unter dem Titel Die Serapionsbrüder, zwischen 1819 und 1821 in Berlin. 

Die historischen Vorgänge auf die Das Fräulein von Scuderi aufbaut, finden sich bei Voltaire und Johann Christoph Wagenseil. Weiter Hintergründe findet man in den Fällen der Marquise de Brinvilliers und Catherine Monvoisin. Diese Giftaffäre kannte der Juris Hoffmann aus dem Pitaval.